Bekenntnisbewegung
"Kein anderes Evangelium"
Lübbecke

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Archiv 2015

Am 9. Februar 2015 findet um 20 Uhr in der Stadthalle Lübbecke die erste Veranstaltung der 46. Vortragsreihe „Zeitfragen-Streitfragen“ statt. Dr. Jörg Michel aus Meißen spricht zu dem Thema:

„Sterbehilfe – Werde wach und stärke das andre, das sterben will.“

Dipl.-Biologe Dr. Jörg MichelDr. Jörg Michel ist Studienleiter der Evangelischen Akademie in Meißen. Der gelernte Diplom-Biologe arbeitet insbesondere in den Fachgebieten Genetik, Molekularbiologie, Zellbiologie, Biotechnologie und Bioethik.

„Sterbehilfe“ ist ein zurzeit in politischen Gremien, gesellschaftlichen Gruppen und kirchlichen Kreisen stark kontrovers diskutiertes Thema. In unserem Nachbarland den Niederlanden, noch im selben Jahr gefolgt von Belgien, wurde 2002 als erstem  Land der Welt die aktive Sterbehilfe gesetzlich zugelassen. Die Tötung auf Verlangen und der assistierte Suizid waren zuvor bereits über einen Zeitraum von etwa 10 Jahren hin in der Praxis toleriert und beobachtet worden. Wie sieht es in Deutschland aus? Im Januar 2014 wurde bekannt, dass 70 Prozent der Bundesbürger eine aktive Sterbehilfe befürworten und gegen jede Form eines Verbotes sind. Inzwischen hat sich in den letzten Jahren ein „Suizid-Tourismus“ in die Schweiz gebildet, da hier – anders als in Deutschland – Sterbehilfe gegen entsprechende Bezahlung legal ist. So hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKG) nach der Krebserkrankung seiner Frau erklärt, dass er sie gegebenenfalls zum Sterben in die Schweiz begleiten würde.

Dagegen gibt es immer wieder die Mahnung, dass es kein lebensunwertes Leben gibt. So erklärte der Unionsfraktionschef Volker Kauder auf der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg 2014: „Wir müssen klar und deutlich machen – und davon kann es keine Ausnahme geben -, daß das Leben von Gott geschenkt ist. Das Geschenk des Lebens kann man nicht zurückgeben. Nach seiner Ansicht sollten sich die  Menschen darauf verlassen können, dass ihnen Leid erspart werde. Deshalb müssten die Palliativmedizin und die Hospizbewegung ausgebaut werden. Von Christen verlangte er, sie müssten in dieser Diskussion „klar und deutlich formulieren, dass es entscheidend ist, die Sterbenden zu begleiten und nicht das rasche Beenden von Leben“.
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